Leben von der Musik

16. September 2010 Mahdi

“My job is to tell it like it is”

Höchst interessanter Artikel von Martin Blumenau, dem man irgendwie schwer widersprechen kann. Finde es auch immer wieder witzig, dass noch immer Debatten um kommerz oder nicht kommerz oder sonstwas geführt werden, wenn das eh schon wirklich super wurst ist. Ich gebe ja noch immer den Labels eine grosse Schuld an der Misere, da sie eben an ein Zombie festhalten und nicht wirklich sinnvolle Modelle für den Wandel der Zeit sich ausgedacht haben. Wahrscheinlich wäre es eh irgendwann zu dem gekommen, wo wir heute sind, nur wäre dies vielleicht 20 Jahre später passiert. Aber ja, selber lesen…

Kreativer Musiker sein und davon leben? War nur ein kurzer historischer Zufall. Vergiss es (Martin Blumenau)

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2 Reaktionen zu “Leben von der Musik”
  1. toxiclemon

    ´”Höchst interessanter Artikel”… hab das ding jetzt wegen deiner erwähnung ein zweites mal gelesen und bin erneut fast eingeschlafen. letztlich empfinde ich diesen artikel als ein konglomerat älterer artikel und die message ist die alte - schnarch!

    natürlich hab ich da auchg eine unqualifizierte meinung zu dem ganzen, aber letztlich wurde schon zuviel zu diesem thema gesagt und geschrieben. - vielleicht willst ja du für deine leser das ding kommentieren, mich würd eine ausführung deiner sicht der dinge interessieren.

    grüße

  2. Mahdi

    für meine leser? schön sowas zu lesen..

    Naja ähm…weiss nicht worauf du jetzt hinaus willst, aber wenn man Musik historisch betrachtet, dann gibt es seit ca. 1940-1950 einen “freien Musikmarkt”, also einen Markt mit Angebot und Nachfrage, wo gewisse Musik mehr gekauft wird, gewisse weniger, Musiker je nachdem von diesem Markt leben etc.(und mit Musikmarkt meine ich jetzt hauptsächlich Alben, Singles etc. keine Livekonzerte).
    Diesen Markt gibt es jetzt nicht mehr…also gewisse Reste gibts, aber der jetzige Musikmarkt hat nichts mehr mit dem Musikmarkt von vor 20-30 Jahren zu tun, als jemand z.b. Thriller machen konnte, oder Purple Rain, oder wo jemand Sachen wie Illmatic und Ready to die machen konnte, um bei Hip Hop zu bleiben. Der Grund liegt auch, wenn wir zur Ökonomie gehen, im Mangel bei der Nachfragekurve.
    D.h. wer sich jetzt noch an den Musikmarkt hält, haltet sich an einem Zombie fest. Wer jetzt noch glaubt irgendwelche CDs verkaufen zu können etc. blabla. gibts nicht. Wobei, eh nix neues.
    Der nächste Gedankenschritt jedoch den MB macht, ist der zu sehen wohin das geht. Und er sieht es darin, dass es eine Entwicklung zu Pre-Musikmarkt Zeiten geben wird, wo man eben Auftragsarbeit durchgeführt hat. Nur ersetz irgendwelche Königshäuser von damals mit irgendwelchen Konzernen heute, oder eventuell der Staat, je nachdem wieviel der Geld hat. Grund ist auch ganz einfach…sie wären die einzigen, die jetzt die Nachfrage bieten würden, weil den alten Musikmarkt wie vor 20 Jahren gibt es nicht mehr.
    Man kann jetzt diskutieren ob Labels etc. nicht eh dasselbe waren…nein, waren sie nicht unbedingt und wir stehen jetzt vor einer neuen Welt der Musik, in der es eben die Unabhängigkeit von vor 10-20 Jahren, die eh schon limitiert war, auch nicht mehr geben wird. Einzelne Ausnahmen gab es, gibt es und wird es geben, Strauss z.b.(der war aber eh eher kommerz) und Mozart irgendwie auch, aber der ist ja bekanntlich arm verstorben, in unserer Zeit werden das wahrscheinlich Jay-Z, Kanye, Lady Gaga und 10 andere sein, aber die Idee mit Musik am “freien Markt” unabhängig Geld zu machen ist vorbei und die 2 Wege zum gehen sind einerseits die quasi unbezahlte und freie Musik im Underground, wobei man aber dann wieder andere Wege finden muss um Geld zu machen, oder die der Auftragsarbeit (z.b. sieht man jetzt Mayer Hawthorne mit Mazda gemeinsam arbeiten, Vera Nummer für Mini, Ich bin Wien Nummern für SPÖ etc.).
    Im Grunde auch wurst…so lange man irgendwo die Knödel zum leben hat, kann man ja immer noch “Underground Musik” machen und wie sich das jetzt bewegen wird, ist eine andere Sache, aber der Musikmarkt ist mehr oder weniger Geschichte.

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