´s geht bergab…und bergauf

5. Januar 2009 BNCKD

bin grad beim desktop aufräumen und lesezeichen managen auf diesen link im time mag gestossen, er is nicht mehr neu, ganz im gegenteil…aber noch immer aktuell denk ich…
wer oder was allerdings das new & improved product schlussendlich darstellen soll und wie new & improved es auch wirklich sein wird, ist (noch immer) die frage.  wär ja mal was anderes, überall anstelle der usual faces einen dorian concept nebst kool kids, flying lotus, common, etc zu sehen ;)


“….When the political activist Al Sharpton pivoted from his war against bigmouth radio man Don Imus to a war on bad-mouth gangsta rap, the instinct among older music fans was to roll their eyes and yawn. Ten years ago, another activist, C. Delores Tucker, launched a very similar campaign to clean up rap music. She focused on Time Warner (parent of TIME), whose subsidiary Interscope was home to hard-core rappers Snoop Dogg and Tupac Shakur. In 1995 Tucker succeeded in forcing Time Warner to dump Interscope.

Her victory was Pyrrhic. Interscope flourished, launching artists like 50 Cent and Eminem and distributing the posthumous recordings of Shakur. And the genre exploded across the planet, with rappers emerging everywhere from Capetown to the banlieues of Paris. In the U.S. alone, sales reached $1.8 billion.

The lesson was Capitalism 101: rap music’s market strength gave its artists permission to say what they pleased. And the rappers themselves exhibited an entrepreneurial bent unlike that of musicians before them. They understood the need to market and the benefits of line extensions. Theirs was capitalism with a beat.”

und das geht´s weiter

ps..ich find´s ja sehr amüsant, dass dieser artikel bzw generell ein artikel über rap / hiphop nicht bei rubriken wie “people, lifestyle, music, … ” zu finden ist, sondern bei “global business”.

14 Reaktionen zu “´s geht bergab…und bergauf”
  1. Mahdi

    der artikel war halt auch eher business-related als entertainment ;) und hip hop und business war dank der hustler vergangenheit von einigen eh immer schon mit gemeinsamen wurzeln(puffys daddy war halbwegs grosser drogendealer, biggie 10 crack commandments, jigga is not a businessman, he is a business man…)
    wurst…das was q-tip meint mit entwicklung in emo, bon jovi, metal etc. in hip hop zeichnet sich so langsam eh halbwegs ab. da gibts halt einerseits die studenten sachen und dann eben bon jovi zeugs, und dann natürlich led zepellin und was weiss ich….jeder kann dann seine eigene sparte finden.
    daniel und ich stehen z.b. auf das hier..
    http://uk.youtube.com/watch?v=S1h1o10ABbc

    kann ruhig irgendwer von euch auflegen… :D

  2. Manuva

    ich verstehe ja, dass leute kategorien in genres suchen oder erfinden wollen. und natürlich gibts das im rap auch. im grunde ist es mir auch egal, welche schubladen man sich ausdenkt, nur das wort “studenten rap” kann ich einfach nicht mehr hören. egal wie ihr es nennen wollt, aber nennt es nicht “studenten rap” oder ähnlich. nennt es rap. das ist in etwa das gleiche wie damals, als taliib kweli immer das schild “conscious rap” umgehängt bekommen , sich aber immer dagegen gewehrt hat. das wort war nicht anderes als eine erfindung von journalisten. genau das gleiche kann man bei “underground rap” sagen. talib hat immer gesagt er macht keinen conscious rap, er macht rapmusik. das erfinden von neuen genres mag natürlich für den verkauf hilfreich sein, für musiker ist es eine plage…

  3. Mahdi

    dann nennen wir es halt north face rucksack rap..besser?

    ja klar..alle machen rap…aber es gibt dann eben auch leute, die dann den einen rap hören und den anderen nicht..dann wollen sie eben beschreiben was sie hören und dann gehts halt mit farben schwer und man erfindet namen.

    ist ja nicht unbedingt in anderen musikrichtungen anders…bei elektro machen auch alle bumtschack…dann ist das eine halt schneller, das andere langsamer, der eine minimalistisch..etc.

  4. bnckd

    versteh ich gut…naja hat sich als begriff anscheinend festgesetzt für alles was nicht aggro oder bling is…
    und irgendwie brav und hlat net “oag”…was is dann zb flying lotus plus mc? für die engstirnigen genauso wahrscheinlich studentenrap, der hinten und vorn nicht zammpasst weils so abstrakt ist. viele aggro typen mögen auch rucksack tragende kiddies nicht, das kommt wiederum eigentlich von der sk8 abteilung, die wiederum meistens einen sehr ausgprägten westcoast / eastcoast geschmack hat und punkrock hört.das hat sich wahrscheinlich auf die emo und was weiss ich teenie fraktion abgefärbt..zufällig stehn wahrscheinlich auch eher vernünftige menschen oder sogar studenten auf skaten und rucksäcke und halt weniger aggro oder bling menschen..skaten is halt alternativ für die..is für mich net vom blickwinkel oft nicht weiter entfernt als wu habis mit halstuch und v pulli über die schulter. ich hab auch mal gelsen die studentenrapper von den waxos…da hab ich herzlich gelacht. erstens hiphop net rap, zweitens hat keiner studiert, alles banausen hehe. und mehr dreck am stecken als der halbe zehnte bezirk. (wörtlich ;)

    es is halt wie´s is. was der artikel aber sehr wohl gut beschreibt - und mir is klar dass es business related ist, das is ja grad das schlimme - dass hiphop auf dem weg der besserung ist oder eben genau dorthin, wo popmusik bereits hingekommen ist, nämlich in die tiefsten untiefen der qualität. wenn rap die popmusik von heute ist, dann wirds auch bald normal sein wenn ein ötzi mit bushido rappt, normale acts haben keine chance mehr, das publikum, die käufer sind auf ein derartig niedriges niveau konditioniert, dass auch new & improved nix mehr nützen wird. es is ja jetzt in deutschland kaum anders. es geht nur um kohle und die musik richtet sich in allen bereichen nach kohle und dementsprechend sinkt das niveau. ein ö3 wird sich nie wieder derappeln. fm4 wird irgendwann mal ö3. dann kommt was anderes nach. mtv deutschland und usa is das beschissenste was man sich antun kann. mtv uk komischerweise funktioniert halbwegs.
    die plattenbosse damals haben eben mit den primitiven reizen geködert - und das is geld, bitches, und all der scheiss.
    is auch nicht die welt auf dauer. mit was will man jetzt in der musik ködern? bzw in den videos?

  5. BNCKD

    da muss ich dazu sagen, dass in elektronischen gefilden das gefälle nicht so oag is wie bei hiphop.
    da gibt namen, die ganzen subgenres sind viel besser betitelt…man kennt sich aus oder nicht. man is cooler berlin typ oder ein schranz typ. und die gehn auch auf normale parties ab und an. bushido fans ausm 22sten aber nicht zu ner TLM party.
    und eigentlich is genau das allen wurscht, solang die party passt. es ist einfach ein blöder begriff des rucksack oder studenten dings. ich hab noch gehört blümchenrap. in verbindung mit kamp. der depressivste lines vom stapel lasst.
    ;)

  6. Manuva

    warum hip hop und rapmusik im speziellen so uninnovativ geworden ist und sich auch so schwert tut aus der krise zu kommen, liegt leider an dem “the real thing” dogma, dass man sich selbst vor jahren und jahrzehnten auferlegt hat. galt damals “the real shit” als abgrenzung nach aussen und qualitative selbskontrolle nach innen, hat es gerade was rap angeht den stillstand gebracht. in den letzten jahren waren es ja vor allem die djs und turntablism-leute (ende 90er, anfang 0er jahre), die hip hop nach links und rechts geöffnet haben. jetzt ist es vorallem die neue produzenten und beatgeneration, die einen kleinen schritt richtung zukunft machen. und dort ergeben sich völlig automatisch (wie im elektronischen bereich) genres. rap tut sich schwer (von deutschen rap ganz zu schweigen). auch wenn es eine neue rapgeneration gibt (the cool kids, U.N.I, wale, etc.) bewegt sich sehr vieles mit dem blick zurück (retro) und leider auch wieder richtung dogma. vor allem, was das textliche angeht…

  7. BNCKD

    das is wohl richtig.
    naja vielleicht tun sich die beatbastler und djs zusammen und fangen an zu rappen… ;)

  8. Mahdi

    Genauso gehen TLM Typen nicht in den Volksgarten…wobei…das spricht dann eher für die…aber die Schubladisierung gibts nun mal und die läuft nicht nur so, dass die Proleten nur 50cent hören, sondern eben die ganzen Studenten eben auch bei Lil’ Wayne und sonstigem Dirty South Zeugs abdrehen bzw. genauso wie ich im Volksgarten zu 100% nicht die neue Q-Tip hören werde, werd ich bei TLM nicht Young Jeezy hören.

    Ob die Schubladisierung jetzt so schlecht ist oder gut ist, ist ne andere Frage. Wahrscheinlich werden Musiker in einem kleineren Markt eher schlechter dran sein, da der Kuchen kleiner ist, doch wenn man global einen Markt anvisieren kann, hat man eben ein grösseres Publikum. Radiohead sind jetzt z.b. nicht unbedingt massentauglich, verdienen sich aber trotzdem dumm und deppat, weil sie eben ihr Publikum weltweit haben. Wären sie eine österreichische Band, würden sie auf Deutsch singen, oder hätten sie den Ami und Japan Markt nie erreicht, dann würden sie ziemlich sicher weit weniger verdienen. Wenn man alles aus Business Sicht als Einheitsbrei betrachtet, dann wird eben auf die Artenvielfalt geschissen und dann ist es tatsächlich möglich, dass Leute wie Flying Lotus, oder auch Roots, Kid Cudi usw. niemals ein Album rausbringen….oder sagen wir es so…die Chance, dass das InI Album oder das Kamaal the Abstract Album zur jetztigen Zeit rauskommen, wären grösser, als damals.

    Was Ötzi und Bushido betrifft…glaub nicht, dass es irgendwem stören bzw. schockieren würde wenn die beiden etwas gemeinsam machen würden. Im Grunde machen beide eh dasselbe in verschiedenen Genres, also passen sie zusammen. Wenn z.b. Horst Mahler bei Sheikh Nasrullah oder der Hamas vorbei schauen würde und ihnen auf die Schulter klopfen würde, wäre jetzt auch niemand überrascht(merkwürdiger Vergleich..mir fällt jetzt aber nix besseres ein…auf gut Deutsch..sie sind Brüder im Geiste)

  9. Mahdi

    ah…ok..wurst…hab zu lang gebraucht mit der antwort…jetzt sind wir woanders.

  10. BNCKD

    was mir da noch einfällt is…die oagen djs haben ja vor allem mal recht bald auf das real thing geschissen, viele ausm turntablism bereich machten früher techno jetzt frickl hiphop, bei manchen is genau umgekehrt, manche machen weder noch oder stehn auf elektro und 80ies mashups…das stilmischen is auch beim beatbasteln noch relativ “leicht”, wenn´s einem liegt, man die ideen hat bzw den background…beim singen wirds schon schwer, da bleibts meist in ähnlichen genres hängen (zb souliger style geht am ehesten noch zu house oder broken house über, weiter gehts da nicht, schlimmer isses noch mit jazzvocalists..), aber rap? es gibt disco und 80er mashups mit raps, warum aber keine neuen crews oder acts die sowas machen?
    es gibt einige vokalisten im house und technogenre (die eher sprechen als rappen, aber egal)…und es wird immer mehr.
    das problem liegt sicher auch bei rap itself - hiphop hat irgendwie diverseste krisen überlebt, und entwickelt sich ja noch…aber der rap…und vor allem seine fans…?

  11. BNCKD

    mahdi - stimmt eh - wir sprechen aber von sehr wenigen, die da auf beiden hochzeiten tanzen (können..) - die kommerzecke ist überall viel grösser, weil die grösseren mehr geld haben, mit mehr geld werben, mehr geld versprechen, das publikum sich davon angezogen fühlt und irgendwann nur mehr so zeug hört und irgendwann schlicht und einfach so degradiert ist, dass was anderes nicht ehr in die tüte kommt. so entsteht popmusik (da gibts natürlich gute sowie schlechte, das meiste ist aber nun mal eher brrrrrrr) und rap ist zahlenmässig und genau von diesen mechanismen her betrachtet, nichts mehr als popmusik.
    kamaal the astract hab ich erst vor 2 wochen aufgelegt sogar….
    aber schön dass mal a bissi diskutiert wird.
    wir können ja den thread wenn´s mühsam wird auf hiphop.at verschieben, zu den philosophen harrharr…

  12. Mahdi

    ja klar..kommerzecke ist grösser..da gibts eh nicht viel zum widersprechen. dass gewisse musik überlebt, liegt aber auch am hörer/publikum…z.b. indem man (gute)alben kauft und nicht runterladet bzw. eh nur die sachen runter ladet von leuten, bei denen es wurst ist ;) derzeit verkauft eh niemand mehr so org viel…also so lange irgendwer 50 hörer hat bzw. irgendwer sieht, dass irgendwas zu verkaufen gibt, wird qualität überleben/gedruckt..

    daher..support good music…buy the new waxos wenn sie mal draussen ist..hehehehehe

    hiphop.at…des woaren no zeiten…I just don’t understand the mentality of a wannabe..

  13. Manuva

    nix wird verschoben ;)

    wie gesagt, habe ich im grunde gar nichts gegen genres und nischen, denn genau diese sind doch die chance für musiker heutzutage. denn es geht doch vor allem um die wahrnehmung. lieber in einem genre zuhause, als zwischen allen verloren. und gerade auch bei meiner arbeit bei fm4 für den fm4 soundpark, der sich ausschliesslich mit musik aus österreich beschäftigt, merke ich, dass es im grunde doch garnichts besseres geben kann für eine band, als teil eines umfelds, eines genres, einer bewegung zu sein. dieses outstandig sein wollen, führt leider in die sackgasse. eine ganze bewegenung, eine szene wird ganz anders wahrgenommen. und gerade einem so kleinen markt wie österreich täte es ganz gut wieder einmal eine eigene bewegung (ein gerne) hervorzubringen. zuletzt war das downtempo, wenn es um die internationale wahrnemung geht. und davor austropop, wenn es um den deutschsprachigen raum geht.

    dass sich leute wie talib gegen schubladen wie “conscious rap” wehren ist natürlich logisch, weil sie merken im grossen popbiz mitspielen zu können und das natürlich auch wollen. immer auf die “hip hop retter”-rolle reduziert zu werden und dann vor 300 leuten zu spielen, ist nicht befriedigend. bei grime wars ja nicht anders. die “grossen” acts waren es, die sich gegen die von journalisten erfundene bezeichnung gewehrt haben. die masse an grime-acts hat aber von der neuen genrebezeichnung profitiert.

  14. BNCKD

    …na er möcht halt..des muss ma verstehn ;)
    (..der wannabe)

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